Die Kraft des Herzens - Spiritueller Hokuspokus?

Unser Körper hat eine ganz eigene Sprache, die Sprache des Herzens. Der moderne Mensch hat vergessen auf die Signale des eigenen Körpers zu hören.

Allgemein ist bekannt, dass das Herz auf Impulse des Gehirns (20%) reagiert. Weniger bekannt ist, dass das Herz einen wesentlichen Einfluss (80%) auf Gehirnfunktionen, wie emotionale Verarbeitung, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Problemlösung hat. Das Herz strahlt ein Magnetfeld aus, das 500-5000 mal stärker ist als das unseres Gehirns. Ein Feld, welches unser Umfeld beeinflusst und mehrere Meter um unseren Körper herum messbar ist.

Lange Zeit ging man davon aus, dass ein gesundes, ruhendes Herz einem monotonen Rhythmus folgt, dies ist jedoch keineswegs der Fall. Das Herz schlägt auch in Ruhe unregelmäßig. Die natürlichen Variationen der Herzfrequenz nennt man Herzratenvariabilität (HRV). Viele Faktoren haben Einfluss auf die HRV, u. a. die Atemfrequenz, Bewegung, Gedanken und insbesondere Gefühle und Emotionen. Forschungen konnten zeigen, dass unsere Emotionen unser Herzrhythmusmuster direkt beeinflussen. Emotionaler Stress (negative Gefühle, wie Wut, Angst, Frustration) führt zu sehr unregelmäßigen Mustern.


EXKURS: Autonomes Nervensystem

Unser autonome Nervensystem regelt alle Abläufe im Körper, die nicht willentlich steuerbar sind. Es besteht aus dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Der Sympathikus wird bei Stress aktiv, bei Gefahr, ´wenn erhöhte Aufmerksamkeit und Konzentration erforderlich sind. Sind wir im Gefahrmodus (Angriff oder Flucht) springt der Sympathikus an und stellt über die Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin, Cortisol) Energie bereit. Nicht überlebenswichtige Funktionen, wie Immunabwehr und Verdauung werden heruntergefahren. Der Parasympathikus gehört zum Vagusnerv, dem längsten unserer 12 Hirnnerven und beruhigt und entspannt uns (Hormone: Serotonin, Oxytocin). Er ist der Gegenspieler des Sympathikus und ist für die Energiespeicherung (Verdauung, Regeneration) zuständig. Wird bei Gefahr keine Lösung gefunden, übernimmt der Parasympathikus und fährt alle Funktionen herunter, die Starre/der Todstellreflex setzt ein.


Je stärker der Vagus, desto besser ist die Fähigkeit des Körpers zur Erholung. Diese Kann über die HRV gemessen werden. Was Entspannung, d. h. den Vagus fördert, erhöht die HRV:


- Singen

- tiefe Atmung

- Lachen

- Yoga

- Meditation

- Schlaf

- Intervallfasten

- Massage

- Kältetherapie (Anpassung an Kälte aktiviert Parasympathikus)


Nur wenn Anspannung und Entspannung ausgeglichen funktionieren, ist unser System in Harmonie. Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser optimale Zustand für unseren Körper die sog. psychophysiologische Kohärenz ist. Der Einklang von mentaler, emotionaler und körperlicher Ebene. Dieser Zustand wird erreicht, wenn wir bewusst eine positive Emotion erzeugen. Unser Körper arbeitet so effizienter, wir sind mental leistungsfähiger und fühlen uns zufriedener.


Die Herausforderung in unserer Zeit ist es aus (chronischen) Stress-/ und Angstsituationen herauszukommen. Der Verstand hat hierfür keine Lösung, da er bei Gefahr abschaltet. Die Herzensstimme kann viel klarer sagen, was gebraucht wird. Mit Hilfe der herzfokussierten Atmung und positiver Gefühle lässt sich unser Körper beruhigen und wir bekommen wieder Zugang zu unserem klaren Verstand, sind vitaler und emotional stabiler.



Studien des Heartmath-Institute, HeartMath Deutschland, https://www.heartmathdeutschland.de